Abendexkursion zum Hagwiesweiher und zum Schlundweiher

Es hatte heftig geregnet, alles war nass - für den Glögglifrosch ein richtig romantischer Abend! So empfingen uns am Hagwiesweiher etwa 2-3 Männchen mit ihrem glockenhellen Gesang, mit dem sie ihre Weibchen anlocken. Die 25 Exkursionsteilnehmer standen ganz ruhig und still am Weiher und hörten andächtig zu. Die Rückkehr des Glögglifrosches (Geburtshelferkröte) an den Siggenberg ist der ökologischen Vernetzung verschiedener Naturschutzobjekte zu verdanken.

Der Weiher, auch Weberweiher genannt, wurde vor 4 Jahren ausgebaggert, ausgekleidet und die Umgebung aufgewertet. Es wachsen u.a. Schilf und Rohrkolben hier, in der Riedwiese stehen im Frühjahr Kuckuckslichtnelken, im Bächli gedeihen Insektenlarven und Bachflohkrebse. Libellen fliegen, in der Steinmauer in der Hecke verstecken sich Amphibien, und ein Hermelin wurde in der Nähe gesehen. Grasfrösche, Erdkröten und Bergmolche leben im und am Weiher. Die Pflanzen müssen zurückgeschnitten werden, sonst würde der Weiher schnell verlanden. Das Wildbienenhotel oberhalb wird rege bewohnt, in den Brennnesseln kriechen etwas gruselige schwarze Raupen - die späteren Tagpfauenaugen!

Unterwegs zum Schlundweiher sahen wir einen Feldhasen in der Wiese, hörten Goldammern singen und auf dem Weg hüpften viele winzige Grasfroschjunge. Diese erfreuten die Anwesenden besonders, konnte man sie doch aus nächster Nähe bestaunen. Die Feldgrillen waren eher still, dafür sang ein Rotkehlchen laut im Wald.

Der Schlundweiher wird einmal jährlich im September gepflegt, sprich Schilf und Rohrkolben gerodet und Büsche geschnitten. Nur kurz sahen wir zwei Zwergfledermäuse in den Bäumen. Zum Abschluss liess sich nochmals ein Glögglifrosch hören! Damit ging eine hervorragend geführte Exkursion zu Ende, die uns die vielseitige Schönheit der Obersiggenthaler Natur einmal mehr nahe brachte. 

Text: Ursula Grütter
Foto: Hagwiesweiher, Ursula Grütter
          Geburtshelferkröten, Susanna Komenda