Botanik-Exkursion ins Guggenbüeli

Am 3. Juni führte der Natur- und Vogelschutzverein Obersiggenthal eine spannende Exkursion in ein wenig bekanntes Gebiet durch. Das Guggebüeli ist ein Kleinod auf Obersiggenthaler Boden, das unter kommunalem Schutz steht. Auf dem Ortsplan ist es westlich des Boldiquartieres in Rieden zu finden. Für den Laien kaum erkennbar befinden sich hier verschiedene Arten Magerwiesen mit einer Vielzahl an typischen Blumen und Gräsern, sowie Hecken und Waldränder. Die Botanikerin Verena Doppler verstand es einmal mehr, die Teilnehmer in ihren Bann zu ziehen. Zuerst zeigte sie verschiedene Gräser, u.a. das Fromentalgras, das bekannte Knaulgras und den hübschen Goldhafer. Es besteht ein Bewirtschaftungsvertrag mit dem Landwirt, in dem nach Analyse der Wiese der Schnittzeitpunkt festgelegt wird. Auch wird beim Mähen ein Rückzugsstreifen von 5 10% freigelassen, in den sich Insekten nach dem Mähen retten können. Nach verschiedenen Waldrandbüschen stellte uns Verena Doppler ein buntes Blumensträusschen vor, das die unglaubliche Vielfalt belegte. Es sei die Witwenblume erwähnt, die an den Samen ein kleines weisses, nährstoffhaltiges Päckchen hat. Dieses wird von den Ameisen gerne angenommen und damit verbreiten sie die Samen. Das Sonnenrösli, verwandt mit der Zystrose, kippt bei Berührung seine Staubblätter herunter, damit die Insekten den Pollen weiter tragen. Es würde eine lange Liste, wollte man alle Blumen hier aufzählen. Nach einem steilen Aufstieg war der Blick frei auf ein Steinmäuerchen aus der Zeit, als hier Reben wuchsen, auf eine Hecke und einen Asthaufen für Kleinlebewesen.Die Exkursion war so spannend und interessant, dass die 22 Teilnehmer erst zum Schluss merkten, dass der strömende Regen die meisten stark durchnässt hatte.

Text: Ursula Grütter
Bild: Susanna Komenda-Zehnder