Spechtbaum

Auffahrtsexkursion des Natur- und Vogelschutzvereins Obersiggenthal

Trotz der ungewöhnlichen Kälte fanden sich 41 Personen, davon 5 Kinder, um 6:00 Uhr zur Exkursion ein, die von Gertrud Hartmeier und Dietmar Marty geleitet wurde. Schon bald war der laute Gesang der Mönchsgrasmücke zu hören, doch schien die Kälte die Amseln zum Schweigen gebracht zu haben. Dafür erzählte uns die Exkursionsleiterin Wissenswertes über den Vogelgesang: bei den meisten Vogelarten singen nur die Männchen (Ausnahme Rotkehlchen), um die Weibchen auf sich aufmerksam zu machen und um ihr Revier zu markieren. Sie singen nicht wie wir im Kehlkopf und mit den Stimmbändern, sondern aus der Brust (Höhe Bronchien) heraus. Die Blaumeise beginnt wie alle Vögel erst zu brüten, wenn sie alle Eier (bis zu 14 Stück und eines pro Tag!) gelegt hat. Gegen den Böndler zu flog ein Star aus einem Astloch eines Obstbaumes. Ein anderer sass im Geäst und ahmte einen Mäusebussard täuschend echt nach! Beim Böndler-Hof waren Rauchschwalben, Bachstelze und Hausrotschwanz zu sehen. Tags zuvor wurden hier ein Wiesel und Turmfalken gesichtet.

Im Wald war es still, denn viele Vögel sind mit füttern beschäftigt. Aus einem Nistkasten tönte hungriges Gezwitscher der Meisenkinder. Ein Mäusebussard flog über den Weg. In einem alten Baumstrunk waren viele Löcher zu sehen, die ein Schwarzspecht auf Futtersuche gemacht hatte. Bei der Herzoghütte gab es Getränke und Nussgipfel oder Cervelat und fröhliche Geselligkeit. Der Gesang von Goldammer und Singdrossel ertönte erst nach der Exkursion, als die Sonne den Nebel verjagt hatte.


Text und Bild: Ursula Grütter