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Familienexkursion des Natur- und Vogelschutzvereins Obersiggenthal, 21.8.2010
„Was der Bauer alles zu tun hat“

Der Bauer fährt Traktor, melkt die Kühe, sät und erntet. Dass es nicht so simpel ist, hat uns Hansruedi Hess, Meisterlandwirt auf dem Tromsberg, auf interessante und anschauliche Weise näher gebracht. 17 Erwachsene und 10 Kinder lauschten seinen Ausführungen, während der Blick über die wunderschöne Landschaft des Tromsbergs glitt. Diese Felder sind die Lebensgrundlage des Bauern, ebenso Hof, Scheune und Futtervorräte. Der Boden ist sein Kapital und darf nicht angegriffen werden, sondern muss gepflegt werden.
Unser erster Halt war unter einem Hochstamm-Birnbaum, der etwa 100 Jahre alt ist. Früher wurde viel mehr Süssmost und Most getrunken als heute, diese schönen alten Bäume sind ein Überbleibsel jener Zeit und Lebensraum für Insekten und Vögel.
Der nächste Halt war beim Traktor auf dem Weizenfeld, wo die Weizenstoppeln bereits wieder austrieben. Herr Hess fuhr gleich los, nachdem er uns erklärt hatte, dass er mit dreierlei Maschinen den vor 2 Wochen gegüllten Boden pflügt, lockert und dann eine Klee-Gras-Mischung ansät. Diese dient einerseits als Bodenbedeckung, andererseits als willkommenes Viehfutter. Auch Raps, Rübsen und Phacelia dienen dem gleichen Zweck. Die Kinder, liebevoll betreut von Frau und Tochter Hess, durften nach Würmern graben; auch erhielten sie getrocknete Birnen- und Apfelschnitzli.
Besonders interessant waren die Ausführungen zur Fruchtfolge, die verhindert, dass sich Krankheiten (Pilze, Bakterien) ausbreiten. So hat sich u.a. die Folge von Weizen, Klee, Mais und Kleegraswiese während drei Jahren bewährt. Da bei uns auch Gerste, Dinkel, Zuckerrüben und Sonnenblumen angebaut werden, ist der siebenjährige Fruchtfolgeplan eine Wissenschaft für sich. Mais wird als ganze Pflanze gehäckselt und siliert (Milchsäuregärung), oft auch in den Siloballen, und dieses Futter ist für Kühe besonders bekömmlich. Dass der Dachs Mais liebt und hier gefressen hatte, konnten wir an einigen geknickten Halmen sehen.
Nachdem unsere unzähligen Fragen beantwortet waren, führte unser Weg vorbei an einer Hecke, einer Buntbrache und einem Sonnenblumenfeld zum Stall mit Kühen, Kälbern und Rauchschwalbennestern. Mit einem feinen Zvieri und Geselligkeit auf dem Hof von Familie Hess endete dieser schöne Ausflug.

Text und Bilder: Ursula Grütter