Überraschungen im Dauerregen

Die diesjährige Auffahrtsexkursion des Natur- und Vogelschutzvereines Obersiggenthal NVO fand unter Dauerregen statt. Trotzdem versammelten sich rund 20 gut gelaunte Naturbegeisterte um 6 h in Kirchdorf. Das Gruppenbild war von Regenschirmen geprägt, die schützend über die Feldstecher gehalten wurden. Die Exkursion wurde von Eveline Schürmann, Zeihen, und Gertrud Hartmeier, Brugg, geleitet. Beide verstanden es vorzüglich, ihre Gruppen auf dem Weg zur Herzoghütte mit Erläuterungen über die Vögel und ihr Verhalten, mit Hinweisen zu deren Lebensräumen oder auch mit Anekdoten und Gedichten bei Laune zu halten. Obwohl sich die Tiere in der Natur bei schlechtem Wetter meist viel unauffälliger verhalten, wurden wir mit ausserordentlichen Beobachtungen überrascht. In der Nähe vom Tromsberg zeigten sich bei einer Hecke gleich zwei Männchen des Neuntöters. Diese Vögel sind erst jetzt aus Ostafrika in ihr Brutgebiet zurückgekehrt. Umso erfreulicher war diese Entdeckung, weil es sich der NVO auf die Fahne geschrieben hat, die natürlichen Lebensräume so aufzuwerten, dass der Neuntöter in der Gemeinde wieder häufiger wird. Deshalb wurde der Neuntöter letztes Jahr in das neue Logo des Vereins aufgenommen. Eine weitere freudige Überraschung bereitete uns ein Feldhase, der in gestrecktem Galopp über einen Acker rannte. Wie wenn dieser gemerkt hätte, dass er noch nicht von allen gesehen wurde, kehrte er um und rannte in entgegengesetzter Richtung relativ nahe nochmals vorbei. Es bleibt zu hoffen, dass die Hecken und Feldgehölze nicht nur dem Neuntöter einen geeigneten Brutplatz bieten werden, sondern dass dort auch der scheue Feldhase Schutz und Deckung finden wird. Nach zwei Stunden trafen die wetterfesten Beobachterinnen und Beobachter bei der Herzoghütte ein. Dankbar nahmen wir die Einladung des Hüttenwartes Christian Schärer uns seiner Frau Silvia zu Kaffe und Nussgipfel in der warmen Stube an. Beim gemütlichen Zusammensitzen waren sich alle einig, dass es sich einmal mehr gelohnt hatte, dem Wetter zu trotzen und früh aus den Federn zu steigen. Einerseits erfuhren wir von den Exkursionsleiterinnen wiederum Neues über die Natur und andererseits genossen wir das gemeinsame Erleben der Natur. Wer jetzt denkt etwas verpasst zu haben, der bekommt in einem Jahr wieder die Gelegenheit, bei einer Frühexkursion an Auffahrt dabei zu sein.