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Natur- und Vogelschutzverein Obersiggenthal
Exkursion zur Bienenfresser-Kolonie am 24. Juli 2010

Erst seit wenigen Jahren ist der europäische Bienenfresser, dieser farbenfrohe und exotisch anmutende Vogel, in sehr kleiner Zahl als Zug- und Brutvogel bei uns heimisch. Gross war deshalb die Freude, dass der NVO eine Exkursion zu einer Bienenfresser-Kolonie anbot, und 21 Personen fanden sich trotz strömendem Regen beim OSOS ein. Nach einer interessanten Einführung von Utz Klingenböck und einer halbstündigen Fahrt erreichten wir die unscheinbare Kiesgrube im unteren Bachsertal, wo seit 5 Jahren regelmässig einige Bienenfresserpaare in den in Sand gebauten Brutröhren brüten. Auf eine genauere Ortsbezeichnung wird hier aus Schutzgründen verzichtet. Uns fielen sofort etwa 20 grosse Löcher in der steilen Sand- und Kieswand auf. Kaum hatten wir Feldstecher und Fernrohre gezückt, flogen schon die ersten Vögel herbei und elegant in die Bruthöhlen hinein und wieder hinaus. Der Bienenfresser ist einer der buntesten Vögel Europas, ca. 28 cm gross, hat einen langen Schnabel und auffällige Schwanzspiesse. Er ernährt sich von Grossinsekten, die er im Flug erbeutet, unter anderem von Bienen, Wespen und Hummeln. Der Stachel von Beutetieren wird auf der Warte, von der er zum Beutefang startet und zu der er dann wieder zurückkehrt, durch Schlagen auf den Untergrund vor dem Verzehr entfernt.

Der Naturschutzverein Bachsertal hat einen kleinen Unterstand mit Beobachtungsschlitz errichtet und eine Absperrung, die Beobachter davon abhalten soll, allzu nahe an die Vögel heranzugehen und sie so zu stören. Auch die nahe Uferschwalbenkolonie wird so geschützt. Ambros Ehrensperger vom Naturschutzverein Bachsertal, der die Kolonie beobachtet und betreut, hatte sich freundlicherweise bereit erklärt, uns vor Ort über die Bienenfresser zu berichten. Kurz nach Pfingsten waren die ersten Vögel aus Afrika angekommen, drei bis vier Brutpaare blieben hier. In aller Ruhe konnten wir die schönen Vögel beim Zu- und Wegfliegen beobachten, und vor allem ein Paar muss eine grosse und hungrige Kinderschar in der Bruthöhle haben, da sie pausenlos hin und her flogen. Das Weibchen legt 6-7 Eier und brütet ca. 20 22 Tage. Die Nestlingszeit dauert ca.30 Tage. Nach nur etwa drei bis vier Monaten in Europa fliegen die Bienenfresser wieder südwärts. Die Distanz machte es schwierig, die Vögel zu fotografieren, aber im Internet kann man auf Fotogalerien, z. B. der von Ernst Enz, Embrach zur digitalen Anmut von Ernst Enz prächtige Bilder anschauen.

Text und Bilder: Ursula Grütter