Im Obersiggenthaler Wald wurde eine überraschend grosse Fläche mit Drüsigem Springkraut entdeckt. Das schnelle Eingreifen dämmt eine weitere Verbreitung ein.

Schön ist sie ja anzusehen, die Blüte des Drüsigen Springkrautes! Wenn nur das Auftreten dieser Pflanze nicht zur Sorge Anlass gäbe. Martin Suter, passionierter Jäger und engagierter Naturschützer, entdeckte diesen Juli im Obersiggenthaler Wald einen geschlossenen Bestand von rund 30 Quadratmetern. Er meldete den Fund der Arbeitsgruppe Neophyten der Gemeinde, die sich für die gezielte Bekämpfung von invasiven, gebietsfremden Pflanzenarten einsetzt. Umgehend begann Martin Suter in Fronarbeit die Blüten fachgerecht in Kehrichtsäcken zu entsorgen und die Pflanzen auszureissen. Für den Abschluss der Arbeit wurde er dann von weiteren Mitgliedern der Arbeitsgruppe unterstützt.

Hätte Martin Suter sich nicht für die Bekämpfung des Drüsigen Springkrautes eingesetzt, hätte eine rasant schnelle Ausbreitung gedroht. Dies hätte die Artenvielfalt des ganzen Waldstückes reduziert. Das Drüsige Springkraut schleudert ihre Samen bis zu sieben Meter weit. Es wächst zudem so enorm schnell, dass es auch in einem geschlossenen Pflanzenbestand aufkommen und zur dominanten Art werden kann. Eine Einzelpflanze kann im Folgejahr auf diese Weise einen dichten Bestand bilden. Einheimische, langsam wachsendere Pflanzen werden so verdrängt. Dies lässt das ganze Ökosystem verarmen. Das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) stammt aus dem westlichen Himalaya. Es gelangte 1839 als Zierpflanze nach Europa und wurde zur beliebten Gartenpflanze ( Bauernorchidee ). Inzwischen darf das Drüsige Springkraut in der Schweiz weder gehandelt, noch verbreitet werden (Freisetzungsverordnung Art. 15, Anhang 2).

Der Standort mit dem gejäteten Drüsigen Springkraut muss in den nächsten Jahren sorgfältig kontrolliert werden. Bei der Absuche der Umgebung wurden erstaunlich viele Einzelpflanzen gefunden, die alle zu grossen Beständen geführt hätten. An anderen Orten in der Schweiz und europaweit wurde ein frühzeitiges Eingreifen verpasst, so dass die Bekämpfung vielerorts aussichtslos geworden ist. Wir wollen es in Obersiggenthal nicht so weit kommen lassen. Deshalb hoffen wir auf eine breite Unterstützung durch alle, die sich in der Natur aufhalten. Bitte melden Sie Standorte vom Drüsigen Springkraut der Natur- und Heimatschutzkommission Obersiggenthal, Arbeitsgruppe Neophyten susanna.komenda@bluewin.ch.

Text: Susanna Komenda-Zehnder
Fotos: Susanna Komenda-Zehnder