Okt 09 Nov 09 Dez 09 Jan 10 Feb 10 Mrz 10 Apr 10 Mai 10 Jun 10 Jul 10 Aug 10 Sept 10 Okt 10 Nov 10 Dez 10
Anzahl Begehungen 6 10 10 10 6 9 10 8 5 6 4 5 11 10 15
                               
Bachstelze 1 0 0 1 1 10 4 5 6 3 1 3 1 1 1
Bergstelze 0 2 1 1 1 2 2 0 1 0 0 1 1 1 1
                               
Blässralle 22 20 20 20 20 20 20 15 12 16 20 18 18 24 30
Teichralle 3 6 6 7 7 7 6 1 0 3 3 5 5 7 10
                               
Haubentaucher 1 1 1 1 0 2 2 1 0 0 0 0 0 0 2
Zwergtaucher 3 7 7 7 6 5 2 0 0 0 0 0 5 7 9
                               
Gänsesäger 1 6 14 18 18 9 6 4 3 3 0 0 6 13 21
Graureiher 1 0 2 0 0 1 3 0 0 0 1 1 0 1 1
Kormoran 3 14 8 11 5 4 0 0 1 1 3 2 5 8 6
                               
Lachmöwe 6 2 11 15 30 60 0 0 0 0 0 0 2 40 60
Mittelmeermöwe 0 0 0 0 0 0 0 4 0 1 1 0 1 2 3
                               
Höckerschwan 5 0 4 4 2 2 2 7 3 3 3 3 2 2 2
Kolbenente 0 0 0 0 0 0 3 3 3 2 0 0 0 0 0
Reiherente 0 0 3 4 3 4 0 0 0 0 0 0 1 1 1
Stockente 20 20 30 25 20 20 20 20 20 20 22 25 30 25 30
Tafelente 1 1 1 3 4 1 0 0 0 0 0 0 1 1 2
                               
Wasseramsel 2 2 2 1 1 1 2 2 2 1 1 1 2 0 2
Eisvogel 0 1 2 1 2 0 0 0 0 0 1 1 1 1 1


Entwicklung einzelner Wasservogelarten von September 2009 bis Dezember 2010

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.


Wasservögel im Winter

Klicken Sie rechts auf die kleinen Grafiken, damit sie vergrössert angezeigt werden.

Entwicklung der Vogelwelt am Kappisee-Kurzbericht

Die Limmat wurde im Kappelerhof 2006 um 6 m aufgestaut. Aus einem Fliessgewässer ist der Kappisee entstanden. Das Ufer ist rundherum weitgehend begehbar. Nur auf den Inseln gibt es Bereiche, die der Natur überlassen werden. Auch wenn sich der Uferbereich auf Obersiggenthaler Seite auf längeren Abschnitten naturnah entwickeln soll, so beeinflusst doch die menschliche Präsenz das Treiben auf dem Wasser stark. Die Wasservögel werden oft durch Erholungssuchende gefüttert und im Sommer wird zudem gebadet.

Seit dem Winter 2007 wurden Wasservogelzählungen durchgeführt und Artlisten geführt. Für diesen Bericht wurden Daten ausgewertet, die über drei Jahre von Utz und Margrit Klingenböck aufgenommen wurden. Sie haben im Winter jeweils Mitte Monat bei einem Rundgang die Wasservögel gezählt. Dies erlaubt die Entwicklung über die Jahre für verschiedene Arten zu beurteilen. Für die Beurteilung der Veränderungen im Verlaufe eines Jahres wurden die Beobachtungsdaten von Edi Spirgi verwendet. Seit September 2009 hat er auf bis zu 10 Rundgängen pro Monat alle Vogelarten gezählt. Für diesen Bericht wurden die Jahresmaxima, bzw. die Monatsmaxima verwendet.

Die Entwicklung der Anzahl Vögel am Kappisee hängt einerseits von den Veränderungen in diesem Lebensraum ab, andererseits aber auch von überregionalen Faktoren. Dieser Bericht ist eine Beschreibung der Daten, aber auf die Gründe der Entwicklungen kann hier nicht eingegangen werden. Dazu wäre ein Vergleich mit den gesamtschweizerischen Zahlen nötig.

Wasservögel im Winter
In geringen Anzahlen, aber seit dem Winter 08/09 regelmässig, konnten Höckerschwan, Tafelente, Reiherente, Teichhuhn und Zwergtaucher beobachtet werden. Alle diese Arten zeigen eine steigende Tendenz. Es kann vermutet werden, dass die natürliche Nahrungsgrundlage sich im Verlaufe der Zeit verbessert hat, dass die Vögel den Kappisse zunehmend als Lebensraum entdecken oder dass sie sich zunehmend an die menschliche Anwesenheit gewöhnen und so der Kappisee als Lebensraum verfügbar wird.
Eine auffällige Entwicklung zeigt die Lachmöwe. Sie war im Winter 09/10 in grosser Zahl präsent. Ob dies eine Zufallsbeobachtung war oder der generellen Entwicklung entspricht, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.Insgesamt hat die Winterbestand von Wasservögeln am Kappisee klar zugenommen.

Entwicklung einzelner Wasservogelarten von September 2009 bis September 2010
Die übers Jahr häufigste Vogelart war die Stockente. Die Anzahl erhöhte sich im Winter leicht. Ebenfalls sehr häufig war die Blässralle. Ihr Bestand entwickelte sich parallel zum Bestand der Teichralle. Die Abnahme im Sommer ist auf die Brutaktivität zurück zu führen, während der sich ein Teil der Vögel auf die Nester zurückzieht. Alle drei Arten zählen zu den häufigsten Brutvögeln am Kappisee.

Eine klare Zunahme in den Wintermonaten zeigten Gänsesäger und Kormoran. Der Graureiher war in geringen Zahlen über das ganze Jahr am Kappisee anzutreffen ohne einen Trend zu zeigen.

Der Gänsesäger brütete am Kappisee und wurde im Sommer 2010 mit 13 Daunenkücken beobachtet (nicht in diesen Daten enthalten). Diese verschwanden allerdings nach wenigen Tagen.Eindeutige Wintergäste waren Zwergtaucher und Haubentaucher, wobei der Zwergtaucher deutlich häufiger war.
In geringen Zahlen wurden Kolbenente, Reiherente und Tafelente beobachtet. Während die Reiherente und die Tafelente Wintergäste waren, war die Kolbenente ein Sommergast. Der Höckerschwan war fast das ganze Jahr über auf dem Kappisee präsent. Im Mai sind 5 Junge geschlüpft, von denen jedoch 4 nach kurzer Zeit verschwanden. Vermutlich wurden sie über das abgesenkte Wehr hinunter gespült.

Die Lachmöwe zeigte im Verlaufe des Winters eine kontinuierliche Zunahme und zog dann im Frühling abrupt ab. Die Mittelmeermöwe wurde erstmals 2010 als Gast auf dem Kappisee beobachtet. Beide Möwenarten überfliegen den Kappisee oft in grossen Zahlen, vermutlich beim Wechsel von einem Rastplatz zum anderen. Es könnte sein, dass der Kappisee von der Mittelmeermöwe zunehmend als Rastplatz genutzt werden wird.

Seltene WasservögelIm Winter 07/08 wurde über ein paar Wochen hinweg ein Pärchen Mandarinenten beobachtet. Im Oktober 09 wurde während kurzer Zeit eine Wasserralle im Uferbereich bei der Mündung des Niklausgrabens festgestellt. Drei Krickenten hielten sich im März 2010 unterhalb des Wehrs auf. Anfangs April 2010 wurde erstmals eine Schnatterente auf dem Kappisee gesehen und Anfangs April 2010 ein Flussuferläufer.

Zusammenfassung und Ausblick
Es zeigt sich, dass die Artzusammensetzung und die Häufigkeiten der Wasservögel am Kappisee starken Schwankungen unterworfen sind. Mit Ausnahme der Stockenten, zeigen alle Arten eine Zunahme in den Beständen.

Die Feststellung einer Art oder die registrierten Maxima hängen von der Anzahl Begehungen ab. Mit ausgeklügelten, modernen mathematischen Verfahren könnten aus den vorhandenen Daten statistisch haltbarere Werte berechnet werden, indem die Antreffwahrscheinlichkeit berücksichtigt wird. Stattdessen möchte ich alle Vereinsmitglieder auffordern, hin und wieder oder auch ganz regelmässig den Kappisee zu besuchen, weil dies einfach mehr Spass macht. Die Weiterverarbeitung der Daten wird für mich einfacher, wenn die beiliegende Vorlage verwendet wird (auf der Homepage als Excel-Datei verfügbar).

Ganz herzlichen Dank an Utz und Margrit Klingenböck sowie an Edi Spirgi für die wertvollen und interessanten Beobachtungsdaten!

Susanna Komenda-Zehnder
Nussbaumen, 3.10.2010

Sie wollen uns bei der Wasservogelzählung am Kappisee unterstützen?
Kein Problem, über den nachfolgenden Download können sie das Datenblatt für die Erhebungen als Exceldatei herunterladen.

Formular für die Wasservogelzählung am Kappisee.xls [65 KB]


Mit dem nachfolgenden Link können Sie den ganzen Bericht als PDF Datei herunterladen.

Entwicklung der Vogelwelt am Kappisee [115 KB]